Naturerlebnis am prähistorischen Bohlenweg

Aschener/Heeder Moor

Weg mit Bohlenstegen
Bohlenweg im Aschener / Heeder Moor Foto: Dr. Marion Heumüller (Nds. Amt für Denkmalpflege)

Der Naturpark Dümmer e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, die Natur- und Kulturlandschaft in der Dümmer Geestniederung zu erhalten und für die Bevölkerung erlebbar zu machen. Seit seiner Gründung und insbesondere nach der Erweiterung im Jahr 2011 (die Mitgliederzahl stieg von vier auf elf Kommunen) setzt sich der Naturpark für Landschaftspflege, Tier- und Pflanzenschutz, Infrastrukturmaßnahmen zur Inwertsetzung von Natur und Landschaft und für die Vermittlung der landschafts- und kulturräumlichen Besonderheiten im Rahmen des neuen Schwerpunkts Bildung für nachhaltige Entwicklung ein. Vor diesem Hintergrund soll in Kooperation mit verschiedenen regionalen und überregionalen Partnern die nachfolgend beschriebene investive Maßnahme zur Schaffung eines attraktiven Erlebnispunktes zu den naturräumlichen, kulturlandschaftlichen und kulturhistorischen Besonderheiten im Aschener/Heeder Moor realisiert werden.

Im Zentrum steht hierbei der historisch bedeutsame Bohlenweg „Pr VI“. Das Projekt soll dabei in verschiedenen Teilmodulen realisiert werden. So ist die Ausgrabung und Erkundung des über 2000 Jahre alten Bohlenwegs in einem ersten Schritt Voraussetzung, um im zweiten Schritt Erkenntnisse zur Funktion, damaligen Lebensweisen und der Landschaftsnutzung zu geben, die an die lokale Bevölkerung und Besucher vermittelt werden sollen. Bereits während, vor allem aber nach Abschluss der Ausgrabungen sollen einerseits Erlebnisangebote „vor Ort“ im Brägeler Moor geschaffen werden. Andererseits sollen die Erkenntnisse anhand von Führungen, Exkursionen und durch die Ausstellung von Fundstücken in der Naturparkarbeit und in der Zusammenarbeit mir regionalen Informationszentren und Museen genutzt werden. Der damit geschaffene Beitrag zur Bewahrung der historischen Kulturlandschaft in der Dümmerniederung stellt nicht nur ein attraktives Angebot für Bevölkerung und Besucher dar, sondern bildet auch einen wichtigen Bestandteil regionaler Identitätsstiftung.

Eine Gruppe von Personen bei Ausgrabungen.

Der neue Attraktionspunkt soll aber nicht nur den historischen Bohlenweg umfassen. Er soll Besuchern gleichzeitig die Möglichkeit geben, die ursprüngliche „Moorlandschaft“ auf einer dem Bohlenweg gegenüber befindlichen „Heile-Haut Fläche“ über eine Steg mit Plattform zu entdecken und den Verlauf des Bohlenwegs durch eine „Moorloipe“, die auf der ursprünglichen Trasse des Weges verläuft, entlang der bereits wiedervernässten Moorflächen nachzuempfinden. Damit wird ein Erlebnispunkt geschaffen, der auf einmalige Art und Weise Kultur- und Naturerbe vermittelt.

Innovativ ist das Vorhaben unter anderem auch durch seine weitestgehend barrierefreie Ausrichtung, die es v.a. älteren Menschen und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ermöglichen wird, das Moor und den Bohlenweg „hautnah“ und weitestgehend ohne Hindernisse zu erkunden. Zugleich schafft die ideale Kombination von Naturerlebnis und Kultur(landschaft) ein authentisches, spannendes und vielschichtiges Ausflugs- und Erlebnisziel, was sich auch be-sonders für Familien mit Kindern und für Schulklassen eignet.

Eine Besonderheit liegt zudem in der Zusammenarbeit mit vier Informationszentren/Museen, die über das Gebiet des Naturpark Dümmer hinausgeht. Beabsichtigt ist, Funde des Bohlenweges und Erkenntnisse zur Landschaftsnutzung in die verschiedenen Ausstellungen zu integrieren. Dadurch wird das Thema auch ausreichend in der regionalen Bevölkerung verankert (= Identitätsbildung). Darüber hinaus soll die lokale Bevölkerung auch durch ihre Mitwirkung am Grabungsprozess eingebunden werden.

Gleichzeitig werden mit der Erkundung des Bohlenwegs auch Naturschutzziele berücksichtigt, da die Hochmoorflächen aufgrund der höheren Lage des Bohlenwegs auf einem Sockel im Vergleich zu den bereits abgetorften bzw. schon in Wiedervernässung befindlichen Flächen liegen. Durch die Freilegung des Bohlenwegs mit Herausnahme der Bohlen kann ein einheitliches Nivellement erreicht werden, das eine adäquate Wiedervernässung ermöglicht. Auf der Fläche des Bohlenwegs selbst ist durch Auflagen des Denkmalschutzes ein Torfabbau untersagt.

Für die Umsetzung der verschiedenen Teilmaßnahmen ist etwa ein Zeitraum von ca. 3-4 Jahre eingeplant.

Zu den Teilmaßnahmen gehören:

  1. Freilegung, Erkundung und Dokumentation des Bohlenwegs
  2. Öffentliche Ausgrabungen
  3. Museale Präsentation und Zusammenarbeit mit regionalen Museen
  4. Schaffung von Naturerlebniselementen im Aschener/Brägeler Moor
  5. Einbindung in Bildungsangebote

Gefördert wird das Projekt durch das Förderprogramm „Landschaftswerte“.

Logo: Europäische Union. Europäischer Fonds für regionale Entwicklung. Europa für Niedersachsen.